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BDE-Tour Blue Pearl 2014

Ägypten July 2014

Mit spontaner Vorplanung habe ich am 9.7. die Blue Pearl gebucht, auf der im Dezember ja der Fullcharter mit der englischen Truppe war. Am 10.7. ging es dann per Flieger ins gelobte Land.

Die Abreise fiel nicht schwer, da bei 12 Grad und Regen im deutschen Hochsommer die Entscheidung recht leicht war.

Pünktlich auf den gemütlichen Air Berlin Flug und relativ in time in Hurghada angekommen, wo der Transfer nach Marsa Ghalib auf mich wartete.

Mit einem ägyptischen Fahrer, der mit absoluter Gewissheit japanische Harakirivorfahren gehabt haben muss, ging es in Rekordzeit durchs Land der Pharaonen. Ich denke wir hätten sogar noch einen Abstecher nach Luxor machen können, wären dennoch pünktlich am Boot angekommen.

Dort begrüßte uns Pia und – aufgrund von nur 12 Tauchern an Bord – wurde die Einzelkabine bezogen. Das Equipment auch noch schnell zusammen gerödelt und der Abend wurde mit einem leckeren Whiskey-Cola eingeläutet.

Am nächsten Morgen ging es schon um 7.00 Uhr aus dem Hafen, der erschreckend leer war. Viele Boote waren nicht anwesend und auch die Marina war am Vorabend nicht wirklich gut besucht. Für die Menschen in Ägypten hoffe ich auf schnelle Besserung, für die Riffe jedoch ist die Situation sehr gut.

Der Checkdive am frühen Morgen wurde auf die Ankunft am Big Brother verlegt, was uns allen recht war. So hatten wir also einen angenehmen und gemütlichen Vormittag.

Am Big Brother als einziges Schiff zu liegen hat schon etwas von einer gewissen Exklusivität.

Und mit dem Tauchen kamen die Probleme und das Chaos. Irgendwie färbte der Ramadan auf alle ab.

Die Crew, die ansonsten immer perfekt funktioniert, zeigte erste Ermüdungserscheinungen nach 2 Wochen fasten.

U.a. wurde die Fäkalienklappe am Ankerplatz geöffnet, so dass ich durch bräunliches Wasser an Deck steigen konnte. Ein Versehen sicherlich, aber auch Unkonzentriertheit.

Auch die Kabine stank teilweise äusserst nach Toilette, so dass ich dann mit Pia die Zimmer getauscht hatte. Auf der Seite des Bootes war es deutlich angenehmer.

Flaschen wurden teilweise nicht oder anstatt mit Luft mit Nitrox gefüllt. Viele Kleinigkeiten, die aber souverän gelöst wurden.

Steffen wurde mir als Buddy zugeteilt. Ein an sich guter Taucher, der aber seinen Buddy nicht zu aufdringlich werden möchte und sich immer dezent ausserhalb der internationalen 12 Meilenzone aufhält. Interessante Tauchprofile waren auf jeden Fall gewährleistet. Zum Ende des Tauchganges waren wir beide aber immer wieder zusammen. So hatte ich eine Menge Zeit, mich mit meiner Kamera und dem neuen Blitz auseinander zu setzen.

Da war die Welt noch heil.

Mehrere Tauchgänge folgten, ich nullte mit einem recht langweiligen Tauchgang am Little Brother, die Großfische waren jedoch leider nicht so wirklich zu sehen. Graue Riffhaie und Fuchshaie sagten aus sicherer Entfernung mal kurz Hallo.

Dann passierte das erste Malheur. Meine geliebte Actionpro X7 meinte einfach, Wasser ins Gehäuse lassen zu müssen. Tja, da war nichts mehr zu retten. Totalverlust.

In der Zwischenzeit hatten wir in der lustigen Gruppe, die toll miteinander funktionierte, Ausfälle von Tauchcomputern, Reglern, BCD`s, Bleigürteln, O-Ringen, Mundstücken. Pia und ich hatten unseren Ersatzteilfundus fast komplett geplündert, um den Tauchbetrieb aufrecht erhalten zu können.

Dann kam der erste Tauchgang um 6.00 am Daedalus. Mit voller Erwartung ins Wasser gesprungen und die Kamera angemacht.

Naja, so war der Plan. Bis zum Sprung ins Wasser war auch alles ok, doch dann sammelte sich das halbe Rote Meer in meinem Recseagehäuse, welches vor der Reise extra noch druckgeprüft wurde.

Perfekt, meine erst neu erworbene G12 war dahin. Somit der 2. Totalausfall.

Während des Tauchganges kam eine Schule von rund 10 Hammerhaien vorbei. Soviel dazu.

Toni lieh mir dann seine G12 und ich wollte damit schon den nächsten Tauchgang machen. Irgendwie entschied ich mich jedoch, das Gehäuse – nach intensiver Kontrolle – erst einmal an einem Seil am Ankerplatz zu versenken. Gesagt getan. 30 M Seil und ab nach unten.

Nach 2 Minuten wieder hochgezogen und ich konnte wieder einiges an Wasser aus dem Gehäuse rausholen. Ein Glück hatte ich diesen Test gemacht.

Tja, somit Totalausfall Nr. 3.

Meine Begeisterung könnt ihr euch bestimmt vorstellen.

Also die GoPro von Toni geliehen und immer von ihm auf und zumachen lassen. Einige Videos noch gedreht. Na, nicht so richtig.

Der Tauchgang ging wieder an Daedalus Nord und es war ein so wundervoller Tauchgang, unglaublich. Eine Schule mit 19 Hammerhaien, 1 Manta, 1 grauer Riffhai, Schule von Barrakudas, all das half dabei, den Verlust zu verschmerzen.

Ich hatte ja die GoPro dabei, die……..

Ja, sie funktionierte. Machte aber kein Video, sondern nur Reihenaufnahmen von Fotos alle 2 Sekunden. AAAAHHHHHHHH !!! Ich Volldepp. Warum passiert immer mir so eine Sch*%$#.

Die nächsten 2 Tauchgänge waren bis auf einen Manta unterm Boot absolut unspektakulär, so dass ich Zeit fand, diese Zeilen zu schreiben.

Nach einem weiteren Tag am Daedalus, an welchem ich nur den Early Morning Dive machte, ging es dann weiter zum Elphinstone.

Dort angekommen konnten wir einen absoluten Rekord einstellen. Im Norden gesprungen, aufs Plateau zu kommen war keine Chance und dann einen kurzen Driftdive hingelegt und nach knappen 13 Minuten vom Norden bis zum Süden ans Boot, um den Safetystop zu machen. Das war interessant.

Daher konnten wir den 2. Tauchgang am letzten Tag nach Umm Rus verlegen wo wir gemütlich auch den Nachmittag verbrachten.

Nachdem wir im Hafen angekommen waren, haben wir uns ins DiVino gesetzt und dort bis spät abends gemütlich die Safari beendet. Mit Whiskeycola und diversen Cocktails war die Nacht dann im Schlaf zu verbringen.

Unverständlicherweise ging es schon um 11.15  per Transfer zum Flughafen Hurghada, wo wir natürlich viel zu früh ankamen und nicht durch die Kontrolle gelassen wurden. Da hieß es also ne halbe Stunde zu warten, bis mir der Geduldsfaden vollkommen riss und ich denen deutlich gemacht hatte, dass der Air Berlin Schalter doch schon offen sei.

Eine weitere Kontrollwillkür über mich ergehen lassend, mit Kamerakofferöffnung und Abgabe von – zum Glück den alten und unbrauchbaren – Akkus konnte ich dann endlich einchecken.

Im Dutyfreebereich angekommen, funktionierte komischerweise kein einziges angepriesenes WiFi. Also kaufte ich mir eine günstige 3 $ Ritter Sport Espresso und vollendete diesen Bericht.

 

Wie soll mein Fazit ausfallen ?

Es ist anscheinend wirklich besser, nicht imRamadan zu viel zu erwarten. Die Ägypter sind größtenteils genervt und dünnhäutig, neigen zu unverständlichen Reaktionen.
Safari im Roten Meer sind immer wieder klasse.
Das Boot ist ok, es gibt aber eine Menge bessere und was ich nicht mag ist, dass alle anderen Boote einfach schlecht geredet werden. Dem ist nicht so und das sollte auch klar sein.

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