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MY Amba Malediven Safari 2014

Ein Mittelklassekahn mit Kakerlaken und eigenem Dieselparfüm

(all pictures and videos copyright by 98Olli if not other mentioned !!!)

Malediven 15.2. – 22.02.21014
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Nach einer gefühlt endlos langen Zeit ging es für mich endlich mal wieder los zum Tauchen. Diesmal war eine Tauchsafari auf den Malediven angesagt.
Nach vielen Tauchgängen und Safaris in Ägypten nun mal aufs Boot in einem anderen Land.
Gut, die Malediven sind mir ja nun auch durch viele Tauchgänge bereits bekannt, aber eine Safari ist da was neues.
Ausgesucht war die AMBA, die positiven Kritiken hatten mich überzeugt und so wurde kurzfristig und schnell gebucht, was sich leider als fataler Fehler heraus stellte, wie ihr um Laufe des Berichtes lesen könnt.

Sachen gepackt, diesmal alles in einer großen Tauchertasche, das hatte ich noch nie hinbekommen. Aber durch die Übergepäckregelung bei maledivischen Inlandsflügen dachte ich mir, dass es vielleicht auch ein oder zwei Unterhosen weniger sein durften.

Also ab zum Bahnhof Köln und schnell mal wieder mit deutscher Bürokratie konfrontiert. Die Deutsche Bahn. Obwohl unglaublicher weise kein einziger Gast an 6 Schaltern stand wurde ich nochmal rausgeschickt, um eine Nummer zu ziehen. Nicht, dass der Zug in 8 Minuten abfahren sollte, egal. Nummer gezogen und nochmal gewartet. Wirklich. Dann wurde die Nummer aufgerufen, also ab zum Schalter und mein Rail & Fly Ticket bekommen. Warum ich zum Schalter gegangen bin ? Weil die hochmodernen Ticketautomaten draußen entweder nicht funktionierten oder von Touristen aus aller Herrenländer belegt waren und die nun ihre landesspezifische Sprache auf dem Display suchten.

Aber als ich am Gleis 6 ankam, um zum Frankfurter Flughafen zu fahren, stand der Zug bereits da und – es ist wirklich wahr – der fuhr sogar pünktlich los.
So hatte noch nie ein Trip angefangen, es konnte also nur gut werden.

Am Flughafen angekommen, kam auch der Bus zum Terminal 2 zeitnah und als ich dann dort ankam war am Schalter der Sri Lankan Airline nichts los, so dass ich sofort eingecheckt war. Irgendwie erschreckend, wie glatt das diesmal alles so lief.

Bei der Kontrolle musste ich dann mein Unterwassergehäuse für die Kamera in die Sprengstoffkontrollbox bringen, da das Teil einfach nicht zu durchleuchten war, aber das war auch das einzige was als Besonderheit vorkam.

Als es dann dazu kam, dass die Abflugzeit immer näher rückte, war es schön zu sehen, dass wir sogar „pünktlich“ loskamen. Das akademische Viertel kann man da aber kulanter weise außer Augen lassen.
Das böse Erwachen kam dann jedoch , als ich den Flieger von innen sah. Ich war ja bisher kein Freund der Air Berlin und deren Konsorten, aber ich habe denen wohl unrecht getan.
Im Vorwege hatte ich bereits meine Sitzplätze reserviert, gaaaanz weit vorne. Bringt nur nichts, weil die Abstände – ausser in der ersten Reihe – eh überall gleich sind.
Beim graden Sitzen stießen meine Knie schon an den Vordersitz. Und das soll ich 10 Stunden aushalten ? Na viel Spaß.
Freundlicherweiße war aber in der ersten Reihe noch ein Platz frei, den ich dann einnehmen durfte.
Dennoch hatte ich noch nie einen Flug, der sich so hingezogen hatte wie dieser.
Nach mehr als 1 Stunde gab es dann endlich mal das erste Mal was zum Trinken. Da nimmt man auch Kleinigkeiten an und ist dankbar dafür.
Eine gute Servicetaktik: Mach dir die Kunden gefügig, dann sind die auch mit wenig zufrieden.
Das Essen, nun, soviel dazu: Ich habe schon häufig besser gegessen.
Aber ansonsten verlief der Flug nach Colombo reibungslos.

In Colombo angekommen hatte ich ein wenig Zeit, mir die äußerst üppige Transit-Duty-Free-Meile anzusehen. Ich wollte ja eine neue Sonnenbrille kaufen, aber irgendwie haben die wohl gedacht, ich wäre bereit mit der Brille denen die Monatsmiete für den jeweiligen Laden zu bezahlen.

Warum auch immer ging es dann mit 25 Min. Verspätung los, woraus im Endeffekt dann in Male 50 Min. wurden.
Also sehnsüchtig auf den Koffer gewartet und raugehetzt, da in 20 min der Domesticflightschalter angeblich schließen sollte.
Am Ausgang wartete schon Marina von Albatros Diving / Luxury Yacht Maldives auf mich. Und was macht eine italienische Frau, wenn Sie warten muss ? Richtig, telefonieren.
So trotteten wir durch die feuchte Maledivenhitze – ich in Jeans, Socken, festen Schuhen und Shirt – in Richtung Domestic Flights.
Da gab es dann auch eine weitere Verzögerung, so dass wir genügend Zeit hatten, miteinander zu sprechen, ob wir arbeitstechnisch zusammen kommen können.

Nun, wir hatten vor zu reden, aber die Geräuschkulisse der Chinesen um uns herum war so eindringlich, dass wir unser eigenes Wort teilweise nicht verstehen konnten. Gleichzeitig – ohne Absprache – klopften wir auf unseren Tisch und maulten die junge Meute ein wenig an. Entschuldigungen folgten und wir konnten endlich verstehen, was wir uns so erzählen wollten.

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Es war in sehr angenehmes und unterhaltsames Gespräch, bei dem das Angebot raus kam, auf beiden Safaribooten der Firma zu arbeiten.
Ja, nun heisst es abzuwarten, wie die Konditionen aussehen und dann muss eine Entscheidung gefällt werden.
Aber mit solchen Problemen kann man wohl leben ☺

Als wir uns verabschiedeten ging es für mich dann in den Check-In zum Domestic Flight. Ich kam mir irgendwie allein und verloren vor. Warum ? Ich war in der gesamten Wartezone, welche nicht unbedingt klein war, der einzigen Nicht-Chinese (mal von den Angestellten des Flughafens abgesehen).

Pünktlich mit 75 Minuten Verzögerung hüpften mir also von Male nach Hanimadhoo, dort wurde ich schon sehnsüchtig erwartet und es ging endlich auf die AMBA, mein Zuhause für die nächsten 2 Wochen.

Ich kam als letzter an und wurde direkt an den Abendessentisch gesetzt und konnte meinen leeren Magen ein wenig füllen. Später saßen wir dann schon ein wenig zusammen und quatschten und schwelgten in den Erwartungen, was die Tauchgänge so bringen sollten.
Tamara und Jamin, die beiden „Chefs“ an Board zeigten den Weg zur Treppe und zum Oberdeck (Kabine linke Seite, die letzte). Auch gab es keine spätere Einweisung, wo Notfallsauerstoff ist, etc. Es wurde nur angemerkt, dass es vorne und hinten je eine Flasche gibt. Wo ? Keine Ahnung, ich habe keine gesehen.

Doch das positive zuerst:
Die Stimmung bei den Gästen war entspannt und angenehm.
Die Tauchspots waren gut ausgewählt was die Trefferquote an interessanten Sichtungen anging.
Das Essen super zubereitet und extrem lecker, meine Waage hatte etwas mehr zu tun.
Die Einzelkabine, die ich dank Tamara erhielt, war geräumig, sauber und angenehm. (Gut, die Duschverkleidung hatte schon mal bessere Tage gesehen, aber das passiert schon mal, wenn ein Boot so häufig unterwegs ist)
Das BBQ am Strand war super schön aufgebaut und auch sehr lecker. Vielen Dank dafür.

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Was mich aber doch sehr wunderte war, dass es keinerlei Gesundheitszeugnis vor zu legen gab und auch keine Gesundheitsfragen beantwortet werden mussten. Einen Versicherungsschein für eine Krankenversicherung wollte man von mir auch nicht sehen. Ich sollte nur in einen Fragebogen eintragen, ob ich eine derartige Versicherung besäße.

Eine Einleitung in die Preise gab es auch. Die haben es ebenso in sich, wie viele andere Punkte auch.
Softdrinks kosten extra (etwas was ich von Ägypten her nicht kenne, was aber auf den Maledivenbooten anscheinend Usus ist, wie mir ein Gespräch mit einem anderen Anbieter verdeutlichte, nur die Preise seien recht gehoben). Kleine Flasche Cola/Fanta/Sprite = 2€ , WiFi für eine Woche = 25€ !!!!! Nitrox die Woche 59 € !!! Absolute Schnäppchen.
Ob das bei der Gesamtleistung (wie ihr im weiteren Text erfahren werdet) gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selber entscheiden.

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Die erste „Nacht“ war dann – eigentlich wie erwartet – mehr als besch…..
Im Flieger hatte ich ingesamt nur 2 Stunden schlafen können und jetzt war ich doch irgendwie über den Punkt hinaus, also tingelte ich in der Nacht mehrmals an Bord von vorne nach hinten und von oben nach unten, schlafen konnte ich trotz Müdigkeit nicht wirklich. Aber der Reisebericht muss ja auch getippt werden. Und ausserdem war nicht sehr viel Platz zum Tingeln, da ein Großteil des Bootes nicht erreichbar war. Zum Teil von 2 VIP Kabinen mit eigener Terrasse und zum anderen Teil für Bewegungsspielraum der Besatzung.

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Mal einige Bilder des Bootes vorab:

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Die ersten beiden Tauchgänge waren dann durch unsaubere Luft etwas beeinträchtigt. Es war wirklich ekelhaft, aber das Problem wurde nach 3 Hinweisen und deutlichem Nichtglaubenwollen gelöst.
Den 3. Tauchgang am ersten Tag habe ich dann irgendwie verpennt, im wahrsten Sinne des Wortes; ich habe keine Glocke gehört, keine Gäste  übers Boot laufen hören, nichts. Als ich dann aufgestanden war konnte ich nur noch einen kleinen weißen Punkt am Horizont ausmachen, welcher das Dhoni war. Na gut, einen schönen Driftdive verpasst, da es wohl Usus ist, Gäste nicht zu wecken, auch wenn diese nicht zum Briefing erscheinen.

Was mich nur wunderte: Die Malediven sind so wunderschön, aber das Boot ankert vor irgendwelchen Einheimischeninseln. Außerdem stank es in den Kabinen nach Diesel, so dass einige Gäste in der Nacht nach draußen auswanderten.
Sei es durchs Betanken oder aber weil das Boot mit dem Heck gegen den Wind stand und somit die Abgase am Boot entlang wehten.
Zusammen mit der schlechten Luft der ersten Tauchgänge im Großen und Ganzen also eine etwas unzufrieden stellende Leistung.

Nun sollte man sich natürlich auch erst einmal an die neuen Begebenheiten eines anderen Schiffes gewöhnen, nachdem dann der 3. Tag mit Tauchen vorbei war , konnte ich doch das ein oder andere Resumee für mich ziehen.
Kritik wird zwar angenommen, aber meist von der Juniorchefin leicht belächelt, was einem zahlenden Kunden gegenüber eine Frechheit ist; aber sicher spielt da auch das recht junge Alter mit rein.

Als es dann darum ging, ein Thila nicht gegen die mittelstarke Strömung zu betauchen, wurde mir erklärt, dass im PADI Kapitel des Strömungstauchen immer drin steht, dass man immer erst einmal gegen die Strömung taucht, um danach mit dieser zu tauchen.
Da hat die gute doch glatt vergessen, dass es sich dabei um einen Umkehrkurs an einem Hausriff handelt, was ein einem langezogenen ovalen Riff wohl nicht so wirklich zum Tragen kommt, da man an einem solchen sich auch sehr wohl im Strömungsschatten aufhalten kann.

Der ein oder andere Tauchgang wurde dann wirklich durch die Natur gerettet, in dem diese viele Überraschungen in Form von Mantas, Adlerrochen, Stingrays, Gitarrenrochen, Schildkröten, Ammenhaien, Oktopusse, etc. bereit hielt und uns vor die Linse holte.
Allerdings habe ich noch nicht erlebt, dass die Guides die ersten sind, die beim Anlegen des Dhoni am Boot von Bord hüpfen, anstatt sich um die Gäste zu kümmern. Wichtiger ist es, dann bereits oben an Deck bei einer Zigarette zu sitzen.

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Natürlich klingt das ein wenig verärgert, aber man muss mal bedenken mit welchen Aussagen dieses Boot beworben wird; ganz ehrlich ? Da war bisher jedes andere Boot auf dem ich war um Längen besser.
Hätte ich das gewusst, wäre ich sicherlich nicht für 2 Wochen aufs Boot gegangen, da reicht 1 Woche vollkommen aus.
Die Briefings indes sind sehr taucherfreundlich: Knapp und kurz und mit wenig sicherheitsrelevanten Informationen.

Das Essen  war sehr gut, sehr gut gewürzt und gut bekömmlich. Klasse was die Jungs da immer wieder aufs Neue zaubern.

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Der absolvierte Nachttauchgang war eine absolute Wucht. Wundervolle Softkorallen, viel im Makrobereich und sehr schöne Farben.
Ein wirkliches Erlebnis.

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Der darauf folgende Tauchgang am Shark Point war dafür dann ein wenig ernüchternd, ein paar graue Riffhaie in der schemenhaftigen Entfernung gesehen, aber das ist halt die Natur, da kann niemand was dafür. Die Adlerrochen haben zur Wiedergutmachung beigetragen.
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Dafür gab es dann aber am Manta Point Entschädigung für alles. So was habe ich noch nicht erlebt gehabt. Viele viele Mantas, dazu Schildkröten, Skorpionfische und vieles mehr.

Als der Manta-Zug auf mich zukam wusste ich nicht, wo ich hinsollte; runter – hoch – rechts – links – Hammergefühl und wundervolle Tiere.

Der Spot war so gut, dass wir sogar am nächsten Tag nochmals hin sind und der war dann noch besser, wie auch die Bilder zeigen. Soooo krass.

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Nach dem Tauchgang habe ich mich dann bemüht, meine Rückflüge umzubuchen, da ich mich einfach nicht mehr wohl gefühlt habe an Bord. Servicegedanke und Hilfsbereitschaft treffen auf Ignoranz und jungendlicher Hilflosigkeit, egal ob jemand schon seit 10 Jahren auf den Malediven taucht (mit Anfang 20) oder nicht.

Somit wurden dann aus den 2 geplanten Wochen nur 1, aber ich behalte meinen inneren Frieden und muss mich nicht weiter ärgern. Am letzten Tauchgang hatte ich das erste Mal eine Flasche, die über 200 bar gefüllt war, was bei Tauchgängen – die zwischen 25 und 30 m liegen und wo die Nullzeit ausgereizt werden muss – auch zwingend notwendig ist.

Den 3. Tauchgang hatte ich dann ausgelassen, um alles mit Deutschland zu klären. Und so konnte ich dann Samstag den Heimflug antreten. Ärgerlich, aber definitiv besser.

Das beste war am letzten Morgen, als um 5.45 Uhr in der Nachbarkabine der Feueralarm losging. Was war passiert ?
Als die Bootsmotoren starteten, wehte eine Dieselwolke durch das offene Bullauge in die Kabine auf der Steuerbordseite und setzte den Rauchmelder Eingang. Stellt euch das einfach mal bildlich vor, mal abgesehen von den gesundheitstechnischen Aspekten.

Eins fiel mir dann noch ein zum Thema Briefing. Wir hatten 5 englischsprechende Gäste  und 11 deutschsprachige, von denen 2 kein Englisch verstanden. Jedes Briefing erfolgte in ….. Richtig. Englisch.
Auf meine Frage an den deutschen Guide, warum denn nicht in Deutsch ein Briefing abgehalten werde (letztendlich ist es mir persönlich egal), bekam ich zur Antwort: Weil ich schon die letzten 2 Wochen Briefings gemacht habe.
Kein Kommentar von mir dazu.

Und die Härte kam zum Schluß. Ich musste im Dingi, einem kleinen Außenbordmotorboot, 25 min. über den Ozean schippern. Klitschnass bis auf die Klamotten, auch die Unterhose. Das war recht interessant, vor allem vorm Flug.

Nun wisst ihr auch warum ich nur eine Woche auf diesem Luxussafariboot geblieben bin.

Ich bleibe in Zukunft bei dem was ich kenne: Safariboote in Ägypten.

Nachdem dann in Male auch noch die gesamt Flugtechnik aufgrund von Stromaussetzer weg war, kam ich mit knappen 2 Stunden Verspätung in Male an, welches ich aber pünktlich mit der Oman Air verließ.
In Frankfurt wieder einmal 45 min. aufs Gepäck gewartet, welches beschädigt aus dem Flugzeug heraus kam, also noch mal eben schnell eine Reklamation melden und dann ging es nach Hause.

Jetzt wird überraschenderweise Karneval gefeiert.

Video zur Malediven Tour, einfach mal entspannen…..

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